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Stadtansicht Lüneburg 1611
Stadtansicht Lüneburgs nach Daniel Frese, 1611

Die Lüneburger Stadtarchäologie

Die Erforschung der Lüneburger Stadtgeschichte vom Mittelalter bis in die Neuzeit ist seit den 1990er Jahren Aufgabe der Stadtarchäologie. Ihre tägliche Arbeit umfasst einen umfangreichen Fragenkatalog:

Blick in eine ausgegrabene Kloake Die Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit beschränkt sich nicht auf Ausgrabungen. Zusammen mit der historischen Schriftquellenforschung, der Bauforschung und der Realienkunde bemüht sie sich um eine umfassende Erforschung der geschichtlichen Zusammenhänge. Ergänzt wird diese Vernetzung durch die Übernahme der von der Vor- und Frühgeschichte eingeführten engen Kooperation mit naturwissenschaftlichen Disziplinen wie der Anthropologie, der Zoologie und Botanik, der Textilkunde und der Dendrochronologie.

Neben größeren Flächengrabungen kommt es immer wieder zu Noteinsätzen und baubegleitenden Ausgrabungen. Bislang konnten so in Lüneburg an die 70 Kloaken untersucht und deren Inhalt geborgen werden. Im feuchten Milieu der Kloaken erhalten sich neben Keramik, die sich im Boden allgemein gut überliefert, was sie zum wichtigsten archäologischen Fundgut macht, auch vielfältige leichter vergängliche organische Materialien:

Das Kloakenfundgut stellt gewissermaßen eine Negativauswahl dar: Es wanderten normalerweise nur solche Gegenstände in die Gruben, die von ihren Nutzern als wertlos angesehen wurden. So sind Kloaken buchstäblich Fundgruben um Fragen zu unterschiedlichsten Aspekten des städtischen Alltagslebens zu klären. Die archäologischen Ergebnisse ergänzen hervorragend die historischen Schriftquellen, die gerade über das für selbstverständlich gehaltene Alltagsleben meist nur lückenhaft berichten.

Stillleben
Stillleben mit Lüneburger Funden und nachgewiesenen Früchten und Gewürzen