Rote Irdenware

Scheinbar wider die Schwerkraft - Gießkanne

FO: Auf der Altstadt 29
Rote Irdenware
erhaltene H.: 24 cm
16. /17. Jahrhundert

Gießkanne aus roter Irdenware

Dieses sonderbare Gefäß bereitete den Ausgräbern zunächst Kopfzerbrechen. Erst nach der Entdeckung einer bildlichen Darstellung wurde klar, dass es sich hierbei um eine Gießkanne handelt.

Nachdem der Töpfer auf der Scheibe eine bauchige Flasche gedreht hatte, wurde der Standboden mit vielen Löchern versehen und ein Bandhenkel angarniert. Leider haben sich der obere Abschluss und der Henkel nicht erhalten.

Schematische Darstellung zum Gebrauch der Gießkanne

Schematische Darstellung zur Wirkungsweise der Lüneburger Gießkanne (M. Kröll)

Genutzt wird die Gießkanne nun folgendermaßen. Stellt man das Gefäß in ein Wasserbassin, dringt das Wasser von unten in die Flasche. Danach verschließt man die Halsöffnung mit dem breiten Daumen oder mit dem Handballen. Nun kann man die gefüllte Flasche aus dem Wasser ziehen. Durch den Unterdruck bleibt das Wasser im Gefäß. Wird die obere Öffnung wieder freigegeben, schießt das Wasser aufgrund der Schwerkraft durch die Löcher im Boden. So können Pflanzen zielgenau gegossen werden.

Autorin: Karola Kröll; in: Denkmalpflege in Lüneburg 2002, 50-51.

Gebrauch der Gießkanne in einem Garten

Ein Holzschnitt aus dem 16. Jahrhundert illustriert den Gebrauch der Gießkanne.

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